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SUEDOSTKRETA
 




 

Blick auf das Thripti-Gebirge

 

Der Südosten Kretas gehört zu den heißesten Regionen der Insel. Dies ist gewiss in den beiden Sommermonaten Juli und August nicht jedermanns Sache, denn generell ist es hier noch um einige Grad wärmer als an der dem Urlauber besser bekannten Nordküste.
Durch dieses Klima bedingt wachsen und reifen hier auch kretisches Obst und Gemüse das ganze Jahr über. Vor allem die kleinen kretischen Bananen werden hier angebaut und auf den Märkten verkauft. Aber auch Mandarinen-, Orangen- und Zitronenbäume prägen das Bild. Und natürlich Olivenhaine, wie auf der ganzen Insel.

In den sympathischen kleinen Küstenorten am libyschen Meer macht man noch Urlaub, ohne auf Schritt und Tritt anderen Touristen zu begegnen. Natürlich wurden auch hier die größeren Orte entlang der Küste für Pauschalurlauber ausgebaut, allerdings halten sich die Clubs und großen Hotels noch in Grenzen.
Viele Einheimische vermieten hier Zimmer und Ferienapartments, die sich in die Landschaft einfügen und nicht wie große graue Betonklötze herausragen. Selbst kleine Apartmentanlagen erkennt man nicht auf Anhieb als solche.
Die Küste fällt östlich von Ierapetra flach ins libysche Meer hinab, und die feinkieseligen Strände ziehen sich kilometerweit die Küste entlang.

Von Ierapetra nach Osten fahren Sie auf der Küstenstraße direkt am Meer entlang, landeinwärts erstrecken sich die Hänge des Thripti-Gebirge. Stellenweise ist die Küste mit Fels eingerahmt, dazwischen finden Sie kleine einsame Buchten. Die Landschaft ist im Sommer sehr ausgedörrt und kaum bewachsen, da die Hitze keinen Raum dazu lässt. Allerdings schimmern an den Berghängen und auch in Richtung Küste immer wieder silbrige Olivenhaine, in denen tausende von Zikaden singen.
Das Meer mit seinen verschiedenen Blautönen ist ihr ständiger Begleiter. Erst nach Koutsounari entfernt sich die nun kurvenreiche Küstenstraße etwas vom Meer und führt mehr in die Berge hinein. Wenn Sie möchten, können Sie hier auch einigen kleineren Straßen weiter ins Thripti folgen, um die herrliche Berglandschaft und atemberaubende Aussicht aufs libysche Meer zu genießen.

In den langgestreckten Küstenorten finden Sie kleine Badebuchten wie auch endlose Strände. Sowohl am Strand als auch entlang der Küstenstraße stehen gemütliche Tavernen, die mit kretischen Köstlichkeiten oder einer Erfrischung locken.

Ostkreta ist zwar von den oft beworbenen Sehenswürdigkeiten der Insel ein Stück weiter entfernt, aber auch hier finden kulturell und historisch Interessierte einiges zu erkunden.

So zum Beispiel die Ausgrabungen in Gournia, das Kloster Monì Kapsà im äußersten Osten oder die Ausgrabung eines minoischen Landhauses in Pìrgos. Natürlich erreichen Sie auch die „großen“ Sehenswürdigkeiten der Insel von hier aus. Die Busverbindungen sind sehr gut, und sie kommen im Prinzip von Ierapetra aus an jeden Ort der Insel.

Auch ein geruhsamer Badeurlaub, gerade für Familien, bietet sich hier an. Die Küste fällt recht flach ins Meer ab und die Strände sind nicht überfüllt. Kleine und große Wanderungen in die Thripti-Berge und ein gemütlicher Stadtbummel durch das ursprüngliche und nicht überlaufene Ierapetra sorgen für Abwechslung.

Wir schätzen gerade diesen individuellen Urlaub mit unseren immerhin 5 Kindern hier an der Südküste sehr. Im Apartment sind wir immer mittendrin und doch auch „ganz allein“ und nicht abhängig von einem „Hotel-Tagesablauf“ mit vorgeschriebenen Frühstückszeiten und nervigen Animateuren. Alle Grundnahrungsmittel bekommen wir im Supermarket vor Ort zu sehr günstigen Preisen, wir liegen am Strand wenn wir Lust dazu haben ... und unser spätes Abendessen in der Taverna Kouros ist geradezu ein Ritual, das wir keinesfalls missen möchten...

Nebenbei lernen wir ein wenig griechisch – zugegeben nicht besonders schnell... auch wenn sich Manos und Eleni vom Kouros mit uns sehr viel Mühe geben. Unsere Kinder finden es toll und haben noch nie über Langeweile geklagt, zumal sie sich sehr schnell ihre eigenen Freunde auf Kreta gesucht haben. Sinnigerweise können sie sich prima mit den griechischen Kindern verständigen, englisch, griechisch und deutsch geht es munter durcheinander – und wenn garnix mehr hilft gibt es ja noch „èla“ (komm mit! Los geht’s!) und die Zeichensprache.
Auch sie finden es einfach nur noch komisch, wenn aus dem am Strand gelegenen „All-inclusive-Club“ die Lautsprecher tönen und die Hotelgäste zu komischen Spielen und Karaokegesängen auffordern. Nö, das brauchen wir auf Kreta nicht wirklich, ist dann die einhellige Meinung – auch die der Einheimischen übrigens...

Denn gerade die Ursprünglichkeit dieser Insel ist es doch, die viele Urlauber und auch uns immer wieder anzieht. Durch große Clubs und immer noch mehr wachsenden Pauschaltourismus ginge diese aber mehr und mehr verloren. Natürlich ist Kretas Standbein inzwischen der Tourismus (neben der immer noch wichtigen Landwirtschaft und dem wachsenden Obst- und Gemüseanbau). Dennoch empfinden auch die Einheimischen den Pauschal- und Massentourismus nicht nur als angenehm. Denn für die „kleinen“ Kreter selbst ist dies kein Einkommenszweig. Denken Sie doch einmal darüber nach, was nach Abzug von Provisionen, Flugkosten, Organisation und Gewinn der großen Veranstalter noch übrig bleibt... Die lokalen Tavernen und Märkte haben von den All-inklusiv-Touristen überhaupt nichts. Das Geld kommt nicht ins Land, sondern davon profitieren die ausländischen Reiseveranstalter. So meinen auch viele Kreter:“... auf diese Touristen können wir gern verzichten...“ Kein Wunder, dass die vielgelobte filoxenià (Gastfreundschaft) der Kreter immer mehr vermisst wird. Es soll ja in diesen Anlagen tatsächlich Gäste geben, die nicht mal wissen, dass sie auf Kreta sind... (Aussage einer Touristin beim Einkauf: „... ich habe noch gar keine Peseten getauscht...) Sehr bezeichnend finde ich.

Vielleicht sollten wir uns doch immer mal wieder bewusst machen, dass wir Gäste der Insel und ihrer Bewohner sind. Und nicht Gäste der Veranstalter.....
Dann schafft es diese wunderschöne Insel vielleicht, das zu bleiben was sie ist – ein traumhaftes, lichtdurchflutetes und geheimnisvolles Stück Land im blauen Meer.




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